Ich verletzte mich nur noch selten. Eigentlich kaum noch und wenn, dann nur sehr oberflächlich. Die Narben (die immer noch viel zu stark zu sehen sind) auf meinem Arm erinnern mich daran, was ich nicht mehr tun darf.
Ich falle. Immer weiter, ich weiß nicht wie tief es unter mir ist, aber ich glaube ich kann noch sehr viel tiefer fallen. Noch sehe ich oben das Licht. Aber um mich herum ist nur Luft, ich kann mich nicht festhalten, ich will auch nicht, ich will mich einfach fallen lassen.
Die Essstörung rückt näher. Sie füllt meine Gedanken, plant meinen Tag, lenkt mich ab. Ich bin halb in einer anderen Welt, eine Welt die ich noch kontrollieren und mich wenn ich will, fallen lassen kann. Ich frage mich ob ich glücklich darüber bin, wenn ich endlich unter 50kg bin. Oder werde ich nur tiefer wollen? Das natürlich, aber irgendwann wird Schluss sein. Irgendwann will ich wieder essen.
Ich will doch nur beschützt werden. Vor der Welt, vor mir selbst. Und doch lasse ich niemanden richtig an mich heran, lasse nicht zu, dass jemand mein Verhalten, meine Einstellung ändert.
Ich habe Angst. Die Zukunft kommt auf mich zu wie ein großer bedrohlicher Schatten. Ich muss mich entscheiden und zwar jetzt. Aber ich will nicht. Ich habe solche Angst.
Angst vor der Zukunft, dem Essen, dem Hungern, den Entscheidungen die ich treffen muss, davor was die Leute von mir denken, davor dass ich jemandem schade, ich habe einfach nur Angst. Also verdränge ich es, stürze mich in andere Welten, lasse andere die Kontrolle übernehmen.
Ich darf nicht sterben.
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